Sukkulenten

Die Gruppe der sogenannten Sukkulenten umfasst im Grossen und Ganzen die Kakteen (Cactaceae) und die „anderen“ Sukkulenten.

Während es sich bei den Cactaceae nur um eine Pflanzenfamilie handelt, stammen die „anderen“ Sukkulenten aus unterschiedlichen Familien. So gibt es z.B. in der Familie der Passionsblumengewächse (Passifloraceae), der Bohnengewächse (Leguminosae), Kürbisgewächse (Cucurbitaceae) und Hundsgiftsgewächse (Apognycaceae) und vieler anderer Pflanzenfamilien, sukkulente Vertreter.

Während der Ursprung der Kakteen in der neuen Welt, also Amerika, liegt, sind die „anderen“ Sukkulenten zum grössten Teil in Africa beheimatet. Madagascar und Südafrica sind besonders für ihren Reichtum an Sukkulenten bekannt.

Die „anderen“ Sukkulenten fallen häufig durch bizarre, an ihre extreme Umwelt angepaßte Wuchsform auf.

Es werden verschiedene Formen der Sukkulenz (succus (lat.)= Saft) unterschieden.

Zum einen gibt es die Stammsukkulenten (viele Euphorbiaceae), die den Stamm als Wasserspeicher benutzen; die Blattsukkulenten speichern das Wasser, wie der Name schon sagt, in den verdickten Blätter ( Crassulaceae). Bei den Wurzelsukkulenten (einige Liliaceae, Asclepiadeae, Vitaceae) dient der Wasserspeicher auch als Nährstoffspeicher.

Eine große Gruppe der Sukkulenten sind die sogenannten Caudexpflanzen (dt. Klotzpflanzen) . Diese Pflanzen haben verdickte Pflanzenteile, die eindeutig für die Wasserspeicherung zuständig sind. Während der Trockenzeit werden die meist nicht sukkulenten Blätter abgeworfen und die Pflanze überdauert die Trockenperiode im blattlosen Zustand. Das Speicherorgan kann sich sowohl unterirdisch (Dolichos, geophytische Euphorbien), halboberirdisch ( Cucurbitaceae) als auch oberirdisch (Cyphostemma, Pachypodium, Pyrenacantha) befinden.

Obwohl Sukkulenten große Trockenperioden ohne Schaden überdauern können, heißt dies nicht dass diese Pflanzen aus der Wüste kommen. Man findet sie sowohl in sogenannten Trockenbüschen als auch in tropischen Küstenregionen. Die Pflanzen sind stark an ihre Umwelt angepaßt; wachsen unter Bäumen, im Grasland oder auch zwischen Felsen. Es handelt sich um absolute Spezialisten und Überlebenskünstler.

In der Kultur machen die meisten Pflanzen, wenn man die natürlichen Gegebenheiten dieser Pflanzen beachtet, wenige Probleme. Viele eignen sich hervorragend als Zimmerpflanzen – so fand schon vor vielen Jahren der sogenannte Christusdorn (Euphorbia millii), die Madagascarpalme (Pachypodium lamerii), der Flaschenbaum (Nolina recurvata) und der Pfennigbaum (Tylecodon paniculata) Einzug in unsere Wohnzimmer.

Erythrina (Fabaceae) –Cussonia (Araliaceae)- Sclerocarya (Sapindaceae) – und Adansonia (Bombacaceae)- Arten eignen sich sehr gut als Kübelpflanzen.

Die trockene Luft der Zentralheizungen schadet diesen Pflanzen nicht so wie einigen herkömmlichen Zimmerpflanzen. Auch ist es bei vielen Arten nicht unbedingt nötig ein Südfenster zu haben, da einige Pflanzen auch in ihrer natürlichen Umgebung im Schatten von Bäumen o.ä. wachsen.

Viele Sukkulenten fallen neben Ihrer „Fettleibigkeit“ durch wunderschöne langanhaltende Blüten auf und kommen unter optimalen Bedingungen auch in der Zimmerkultur zur Blüte, wie z,B. Adenium, Pachypodium und Uncarina.

Das Substrat sollte gut durchlässig sein und einen mineralischen Anteil (z.B. Bims, Lava) haben. Herkömmliche Kakteenerde eignet sich durchaus für den grössten Teil dieser Arten. Gelegentliche Düngergaben (handelsübliche Produkte) ersparen speziell bei schnellwüchsigen Arten ein all zu häufiges Umtopfen. Zu hohe Düngergaben jedoch würden das charakteristische Aussehen der Pflanzen negativ beeinflussen.

Gegossen wird während der Wachstumsperiode, die bei den meisten Arten in unseren Sommer fällt. Es gibt jedoch auch klassische Winterwachser, wie z.B. Dioscorea elephantipes und Pelargonien.

Der GieSSrhythmus hängt stark von den Temperaturen und damit verbundenen Bedürfnissen der Pflanzen ab.

In jedem Fall sollte das Substrat zwischen den Wassergaben immer wieder austrocknen um so Fäulnis zu vermeiden.

Während der Ruhezeit (meistens von November bis März) sollte das wässern weitgehend eingestellt bzw. reduziert werden. Gewisse Arten benötigen jedoch in vollklimatisierten Räumen gelegentliche Wassergaben um so ein Austrocknen der feinen Wurzeln zu vermeiden (Adenium obesum). Die Überwinterungstemperatur sollte bei den meisten Arten 15° C nicht unterschreiten.

Die beginnende Ruhezeit zeigt die Pflanze durch Laubverfärbung bzw. Laubfall an. Im Frühjahr beginnen die Pflanzen von alleine an zu spriessen und zeigen Knospen oder Blattwachstum, dies heisst das die Wachstumperiode beginnt und die Pflanze wieder Wasser benötigt.

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